Zuerst brach der Boden ein, dann die Antriebsstange ab

Wir sind mittlerweile in Arizona, immer noch nah an der mexikanischen Grenze. Leider hatten wir vor zwei Tagen Pech und sind mit Grobi in einem Schlammloch versackt! Die Piste, die wir vorher 3 Stunden lang befahren hatten, war an einer Stelle - für uns leider nicht sichtbar - nicht fest. Im Nachhinein haben wir gelernt, dass hier bis vor wenigen Tagen hoch Schnee lag, der dazu geführt hat, dass die Piste an einigen Stellen Wasser unter der Oberfläche gespeichert hatte. So blieben wir erst mit dem rechten Vorderreifen stecken, dann kippte Grobi langsam aber kontinuierlich nach rechts. Scheiß-Gefühl muss ich sagen, vor allem wenn man rechts sitzt und der Boden immer näher rückt. Auf Gerrits Ansage: „du und Luis raus, ich mach das allein!“ sind wir dann durchs Fenster rausgeklettert. Draußen haben wir alle gemerkt, wie uns die Düse ging, vor allem Luis, der Arme, war tief geschockt! 

Beim Versuch rückwärts raus zu fahren, brach uns dann die Antriebsstange für die beiden hinteren Achsen leider das Genick, indem ein Teil (Triebling im Differential) einfach brach! Ohne Antrieb hinten, keine Chance da wieder raus zu kommen... Aus Angst, dass er komplett auf die Seite fällt, bin ich schnell in den Aufbau geklettert, um die notwendigsten Dinge und vor allem das Satellitentelefon raus zu holen. Keine normale Telefonverbindung, 20 Kilometer bis zum nächsten Ort und 1 Stunde vor Einbruch der Dunkelheit hat uns dann doch noch einmal Stress bereitet. Kurz: Sat-Telefon hat geholfen (Hilfe kam allerdings viel zu spät), die Borderpatrol kam zufällig vorbei und nahm uns mit in den nächsten Ort. 
Die Nacht verbrachten wir in einem Inn, schliefen aber schlecht - wen wundert‘s? Am nächsten Morgen hat Gerrit alles mögliche organisiert: einen Mietwagen, ein Abschlepp-Unternehmen, Ersatzteile von MAN in Deutschland, die mit UPS zu uns geschickt werden. Alle Menschen waren extrem freundlich und hilfsbereit und das Ende der Geschichte ist, dass wir es gestern Abend geschafft haben, Grobi ohne Umfallen aus dem Loch zu ziehen, juhu!! 
Jetzt warten wir hier in dem kleinen Ort auf die Ersatzteile, haben einen Mechaniker gefunden und hoffen, dass wir die Reise fortsetzen können. Fazit für uns: wir haben das Abenteuer gesucht, wenn auch nicht so eines! Wir freuen uns auf weniger aufregende Zeiten!  

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Kommentare: 1
  • #1

    Lutz (Samstag, 16 März 2019 07:40)

    Ohje ... hab es erst jetzt gelesen. Den Schreck kann ich mit vorstellen. Aber wie ihr schriebt, "...wir haben das Abenteuer gesucht...". toi toi toi weiterhin!