Hitze im Tal des Todes

Vom Lake Isabella aus wollten wir eigentlich in den Sequoia Nationalpark fahren und uns dort die alten Mammutbäume anschauen. Jedoch waren noch so viele Straßen und Campingplätze durch Schnee oder Sturmschäden gesperrt, dass wir nur einen "kurzen" Ausflug von 70km zum "Trail of 100 Giants" gemacht haben, auf dem man auch schon große Bäume sehen konnte. Jedoch kamen wir nach einer engen Bergstraße nach ca. 60km an ein Schild, dass der Trail und der weitere Weg dorthin gesperrt seien. Wäre super gewesen, das vorher zu wissen - so mussten wir eben wieder umdrehen. Kurzerhand entschlossen wir uns, die Route anzupassen und dann eben ins Death Valley zu fahren.

 

Im Death Valley angekommen, mussten wir erfahren, dass es heißer als üblich zu dieser Jahreszeit dort war und der eine oder andere "Dry"-Campingplatz, auf dem keine Generatoren erlaubt waren, direkt bei unserer Ankunft geschlossen hat. Auch okay, dann haben wir eben wild gestanden, was man dort auch darf, wenn man mind. 1 Meile von den Wegen abseits steht. Das bedeutete aber mal wieder unwegsames Gelände und schweißnasse Hände bei mir, weil ich uns wieder umgekippt, festgesteckt oder sonst wie verunglückt sah. Gott sei dank, konnten wir aber wieder auf Grobis Geländefähigkeit vertrauen und fanden schöne Stellplätze.

 

Das Death Valley zeichnet sich durch verschiedene Gesteine und Landschaften aus. So besuchten wir einen Vulkankrater und wanderten wie dumme Touristen bei 40 Grad einmal ganz herum. Das Gleiche machten wir bei Minen-Ruinen, Salzseen und kleineren Canyons, bis uns die Lust verging und wir am Nachmittag des dritten Tages aus der Hitze in das vermeintlich kühlere Valley of Fire auf dem Weg in den Zion Nationalpark flüchteten. Hier sind wir vor 4 Wochen ja schon einmal ohne Grobi gewesen. Damals saßen wir allerdings in Fleece-Jacken um den Grill herum und gingen zum Essen ins Wohnmobil, weil es zu kalt war. Gestern wurden wir hier am Eingang des State Parks gleich mit den Worten empfangen: "be careful in the heat!". Wir haben einen tollen Platz zum Übernachten außerhalb des Parks auf den "Poverty Flats" gefunden, an dem Gerrit auch seine Drohne steigen lassen durfte. Wir stehen wunderschön und einsam, fahren heute jedoch wieder weiter, weil es auch hier so unerträglich heiß und schattenfrei ist, dass unsere Klimaanlage im Aufbau fand, dass Luft umwälzen ausreichte, und leider nicht mehr kühlte. Nachts alle zwei Stunden aufzuwachen und halbverdurstet Wasser zu stürzen, hat uns jetzt die letzten Nächte gereicht.

 

Ein Highligt im Death Valley: die Welt ist wirklich klein. Auf dem Weg vom Krater weg kommt uns ein Unimog-Expeditionsmobil entgegen! Alle freuen sich, winken und machen Lichthupe und bei näherem Hinsehen erkennen wir, dass das Fahrzeug aus Hamburg kommt!! Leider mussten wir in unterschiedliche Richtungen weiterfahren - aber wer weiß, man trifft sich bestimmt in einem anderen Nationalpark wieder.

 

Der Zion Nationalpark soll etwas schattiger und kühler sein und liegt optimal auf unserem Weg in die nächsten Nationalparks. Ich kündige hiermit also schon einmal an, dass die nächsten Posts wahrscheinlich hauptsächlich von Steinen, Canyons, Sonnenauf- und untergängen handeln werden.

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