Oben kracht es und unten tun sich Abgründe auf

Unabhängigkeitstag, 4. Juli: es wird gefeiert! Naja, zumindest im kleinen Rahmen, denn wir haben diesen Tag im beschaulichen Park City, Utah, verbracht. Also, kein Alkohol auf den Straßen, auf dem Straßen-Umzug Fahrzeuge der Lokal-Helden wie Umweltverein, Snowboard-Verleih und Gemeindeamt, dann am Abend ein Feuerwerk. Das haben wir auf Grobis Dach sitzend von einem zentralen Parkplatz aus bewundert. Anders als bei uns daheim, schickten die Park City Bewohner immer nur eine Rakete nach der anderen nach oben, was ungefähr das als Ergebnis hatte: "Bumm", sekundenlange Stille, "Bumm", sekundenlange Stille usw. Aber es hatte auch etwas für sich, denn ich konnte mit einer ganz normalen Kamera saubere Aufnahmen der einzelnen Feuerwerke am Himmel machen und wir hatten Zeit, in aller Ruhe unseren Cocktail zu Ende zu trinken - nur net hudeln :-)! Versorgt wurden wir aber auch von einer Dame, die unseren LKW so toll fand, dass wir gegrilltes Fleisch und einen Cookie-Teig von ihr bekamen. Das Fleisch verschwand direkt in Gerrits und Luis Schlund, die Cookies haben wir noch tagelang immer wieder genascht.

 

Danach sind wir nach Moab gefahren, weil wir auf unserem vorherigen Stop in Utah die Nationalparks Canyonlands und Arches nicht geschafft hatten. Beides tolle Parks mit viel Steinen, Canyons und brütender Hitze! Wir sind natürlich trotzdem zu einigen Besonderheiten hingewandert, was uns dieses Mal schwer fiel und uns das Genöle des Juniors eingebracht hat. Besonders die Canyonlands haben micht beeindruckt, weil mitten in der ewig weiten und ebenen Landschaft plötzlich diese "riesengroßen Erdspalten" von Canyons auftauchen, die man vorher dort nicht vermutet hätte. Die Straßen und Wege führten wieder durch die Pampa und waren teilweise so schlecht, dass regelmäßig Dinge um uns herum im Fahrerhaus und auch hinten im Aufbau herunter krachten. Kaputt gegangen ist aber nichts, was mich angesichts von IKEA Steingut-Geschirr in der Küche immer wieder erstaunt.

 

Die Stellplätze waren schön und so sehr einsam, dass Gerrit Luis einmal vor einer Schlange retten musste, auf die er in der Dämmerung zu treten drohte. Auch bescheuert: da kaufen wir uns extra Wüsten-Boots von der Army, die über die Knöchel gehen, benutzen diese auch fleißig auf den Wanderungen und ziehen dann doch immer wieder aufgrund der Hitze nur Flip-Flops in Gegenden an, in denen das nicht angebracht ist. Naja, wir lernen noch...

 

Ein bisschen enttäuscht waren wir davon, dass wir noch mehr Offroad fahren wollten und uns die Leute vorher immer alle gesagt hatten, dass wir in Moab auf jeden Fall Spaß haben würden. Die Wege sind jedoch fast alle für Jeeps oder Geländewagen gedacht, nicht aber für einen LKW, auch wenn der noch so geländegängig ist. Sie sind schmal und engkurvig, haben meistens einen Abgrund auf der einen Seite und sind dafür nicht ausreichend breit befestigt. Meine Kolleginnen, die an meiner Kaufentscheidung der Drohne "beteiligt" waren, werden jetzt lachen, denn wir haben die Drohne tatsächlich zum ersten Mal für einen Aufklärungsflug (natürlich außerhalb des Parks) genutzt. Wir sind also auf dem Plateau stehen geblieben und haben die Drohne den Weg nach unten abfliegen lassen, den wir fahren wollten. Das war super, denn mein Gefühl, dass wir da nicht runterfahren sollten, hat sich bestätigt: furchtbar eng und steil und auf dem Weg ein Felsschlag, der uns den Weg versperrt hätte.  Drehen wäre nicht möglich gewesen und rückwärts wieder den Weg rauf und ich wäre als weißhaarige Frau zurückgekommen... das Video weiter unten gibt euch einen Eindruck darüber, wie der Weg war.

 

Weiter durch Utah sind wir auch noch durch das Valley of the Gods gefahren. Sehr beeindruckend, toller Weg (auch nicht ganz einfach) und nur der Anfang zum Monument Valley, das wir uns aber gespart haben, weil falsche Richtung. Wir haben kurz Colorado gestreift und eine ordentliche Strecke in Richtung Albuquerque, New Mexico, gemacht. Hier haben wir das erste Mal einen Stellplatz wieder verlassen, weil wir kein gutes Gefühl hatten: einsam, ärmliche Gegend, kein anderer Camper und dann kreuzt ein schäbiger Typ in einer Rostlaube von Auto auf, beglotzt uns (grüßt nicht oder hält nicht an und spricht über Grobi wie alle anderen immer) und schleicht langsam an uns vorbei. Wohlgemerkt, auf einem Sand-Lehm-Weg, der nur zu unserem wilden Stellplatz geführt hat. Unsere Vereinbarung lautet, dass wir nicht mit Grobi irgendwo stehen bleiben, wo einer von uns kein gutes Gefühl hat, also sind wir weiter gezogen.

 

Heute sind wir auf dem Weg nach Amarillo. Was wir da so vorhaben, schreibe ich dann nächste Woche.

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Kommentare: 2
  • #1

    Karin W. (Freitag, 12 Juli 2019 20:24)

    Die Videos vom Canyon mit der Drohne sind einfach der Hammer! Zu schade, dass das Ding am Ende Harakiri begangen hat, zum Glück erst gegen Ende Eurer Reise..... Bei den Bildern von Dagmar auf dem Felsplateau musste ich bei Lydia psychiatrisch tätig werden, ist gelungen, jetzt ist sie wieder ruhig und freut sich am Weinchen und an den letzten Tagen hier im Tessin - der übrigens auch sehr schön ist!!!
    Ich freue mich schon auf Eure Rückkehr und Erzählungen.
    Herzliche Grüße
    von Karin

  • #2

    Anita (Freitag, 19 Juli 2019 10:08)

    Wahnsinnsfotos! Und Danke für die plastische Schilderung des Feuerwerks und der Party People � muss wild zugegangen sein 4.Juli.... viel Spaß in Amarillo! Bussi