Yeehaw, wir sind in Texas!

Auf unserem Weg zum Strand haben wir in Texas noch einmal alles mitgenommen, was so ging!

Angefangen haben wir in Amarillo, wo wir uns allerdings nicht die Stadt angeschaut haben. Wir haben uns vom Campground in einer Ami-Limousine mit Kuhhörnern am Kühlergrill (natürlich Long Horns) zur Big Texan Steak Ranch shutteln lassen. Dort gibt es ein 72oz Steak, das in einer Stunde gegessen werden muss, damit man den Preis dafür zurück erhält. Es gibt lustige und eklige Videos auf YouTube dazu, falls ihr euch das geben wollt. Den Rekord hält eine junge, kleine, schlanke Frau. Als wir da waren, hat ein 9jähriger Junge sein Glück versucht. Gecoacht wurde er dabei von seinem leicht korpulenten Vater, dessen Ehrgeiz wohl war, eine ähnliche Figur bei seinem Sohn zu züchten. Wir waren bescheiden und haben angepasste Portionen gegessen und trotzdem Gerrit glücklich gemacht, weil es sehr gutes Fleisch war.

 

Im Anschluss sind wir in den Palo-Duro-Canyon gefahren, den wir vorher gar nicht auf dem Schirm hatten. Er ist aber tatsächlich der zweitgrößte Canyon in den USA und wird der Grand Canyon von Texas genannt. Hier hält man sich nicht auf der Hochebene auf, sondern wohnt auf Stellplätzen im Tal. Bei 38 Grad im Schatten wollten wir einen kurzen Rundweg machen, um die Gegend zu erkunden. Leider hatten wir zu wenig Wasser mit und der Weg entpuppte sich als ein 6km langer Pfad, der zu 90% unbeschattet war. Naja, haben wir auch überlebt, aber unsere Klimaanlage im Aufbau kam mit der Hitze nicht klar und kühlte fortan nur noch ab unter 30 Grad unsere Kabine runter. Abends nach Sonnenuntergang haben wir uns ein Musical angeschaut, das sie auf der Freilichtbühne aufgeführt haben. Hammer-Kulisse und ein super Sound, so dass ich bei einem Kanonenschlag fast vor Schreck mein Getränk weggeworfen hätte, weil ich wirklich dachte, jetzt kommt der Berg runter! Das Musical handelte von der Geschichte der Menschen um den Canyon herum und endete für unseren Geschmack ein Quäntchen zu amerikanisch-heroisch, dafür aber mit einem großartigen Feuerwerk. Und die Texaner können Feuerwerk! Insgesamt ein sehr gelungener Abend, an dem sogar Luis die Handlung und die Lieder auf Englisch einigermaßen verstanden hat. Schlafen gegangen sind wir dann begleitet von dem Geheule der Coyoten und haben uns wie die Cowboys aus dem Musical gefühlt, nur 2 Meter höher vom Erdboden entfernt und ohne Sattel unter dem Kopf.

 

Auf meiner Bucket-List für die USA befand sich auch noch ein Rodeo, also haben wir unsere Route entsprechend angepasst und abends in Kerrville ein Rodeo besucht. Der mit Pick-Ups vollgeparkte Parkplatz zeigte uns direkt am Anfang, dass wir mit unseren Fahrrädern Exoten waren. Ohne Cowboy-Hut und -Stiefel da aufzukreuzen, war dann das ultimative Zeichen dafür, dass wir von auswärts waren. Egal, auf die Tribüne zu den "Locals" gesetzt, Dosenbier und Hotdogs gekauft und schon konnte es losgehen! Von den verschiedenen Darbietungen hat uns das "Break-away-Roping" am besten gefallen, weil da die Kälbchen zwar auch ein Lasso um den Hals bekommen, sie aber direkt damit weglaufen können, da das Lasso nicht am Sattel befestigt ist. Um diese Erfahrung reicher haben wir uns am nächsten Morgen auf den Weg an irgendeinen Fluss gemacht, um zumindest tagsüber Erfrischung zu erlangen.

 

Im Guadelupe River State Park fanden wir einen Fluss, der allerdings Badewasser-Temperatur hatte. Dort haben wir uns 6km lang in einem Reifen den Fluss heruntertreiben lassen, "Tubing". Herrlich, den Hintern, die Füße und Hände die ganze Zeit im Wasser, ab und zu mal ein paar Stromschnellen, ab und zu mal ein wenig Paddeln mit den Händen, ansonsten Natur genießen, etwas trinken und die Zeit Zeit sein lassen! Na gut, die Stromschnellen hatten es in sich, im Video weiter unten könnt ihr sehen, dass ich tatsächlich zum Schluss einmal samt Kamera untergegangen bin. Aber es hat Spaß gemacht!

 

Die Abkühlung tagsüber nahm nachts leider wieder ein jähes Ende und so kamen bei unserem Wikinger (Gerrit) ernsthafte Fluchtgedanken vor der Hitze auf. Wir haben also in San Antonio nicht auf dem Campingplatz geschlafen, sondern uns kurzfristig ein klimatisiertes Hotelzimmer gesucht und Grobi auf den Hotelparkplatz gequetscht. Die Stadt selbst ist wirklich schön, der Guadelupe River schlängelt sich durch die Innenstadt, man kann am Riverwalk direkt am Fluss entlang gehen und in zahlreichen Bars, Restaurants und Geschäften einkaufen und essen. Wir haben das alles gemacht, inklusive Friseurbesuch, um uns nach all den Monaten "Wildnis" mal wieder fein zu machen ;-). Das klimatisierte Einkaufszentrum war eine Erholung für Gerrit und die Nacht im Hotelzimmer haben wir so gekühlt verbracht, dass wir alle unter die Bettdecke krabbeln mussten.

 

Jetzt sind wir am Meer auf Padre Island angekommen und haben wie erhofft Wind vorgefunden. Es sind immer noch >30 Grad im Schatten (am Strand ist natürlich kein Schatten!), aber die permanente Brise sorgt für Luft, wenn wir alle Fenster auch nachts voll öffnen. Was wir hier so machen, folgt im nächsten Blog :-).

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Kommentare: 2
  • #1

    Karin W. (Montag, 22 Juli 2019 17:53)

    Klingt wie immer lebendig und aufregend.... wäre da nicht die Flucht ins kühle Hotel und Einkaufszentrum, könnte man meinen, es sei niemals ein Häkchen an Eurer tollen Reise, so aber wirds nachvollziehbar menschlich.....und trotzdem toll!
    Habt weiter viel Spaß!
    Liebe Grüße von Karin

  • #2

    Nadja & Co (Dienstag, 23 Juli 2019 00:03)

    Das Tubing-Video ist ja richtig cool! Und sieht nach verdienter Abkühlung aus � Wir zählen die Tage �