Schlussbetrachtungen

Ich werde versuchen, 6 Monate voller Erlebnisse und Eindrücke in wenigen, aber sinnvollen Worten zusammen zu fassen, um mit einer Art Schlussbetrachtung auch formell das Ende unseres Abenteuers ein zu läuten. Weil ich nicht alleine etwas schreiben wollte, habe ich auch Gerrit und Luis gebeten, drei Fragen zu beantworten und deren Antworten im O-Ton weiter unten zu Papier gebracht.

 

Als wir wieder in Deutschland gelandet sind, haben wir uns gefragt, warum wir uns nicht so fühlen, als ob wir nach Hause zurückkehren. Wir haben uns eher so gefühlt, als würden wir wieder an einen Ort kommen, den wir schon sehr gut kennen. Das liegt daran, dass wir zu dritt zusammen waren („home is where the heart is“) und mit Grobi unser Zuhause in einem fremden Land quasi mit dabei hatten. Luis hat das mal so ausgedrückt: „Cool, draußen ändert sich jeden Tag das Bild, aber drinnen bleibt es immer gleich!“

 

 

Die USA waren im Nachhinein betrachtet genau das richtige Land für uns und unser Vorhaben! Als Camping-Nation und mit all dem Land, das dem Volk zum Bleiben zur Verfügung gestellt wird, hatten wir nie Not einen Platz zu finden – selbst mit unserem Monster nicht! Wir haben nur gute Erfahrungen mit den Menschen gesammelt und die unterschiedlichen Umgebungen/Landschaften haben ein Wow-Erlebnis nach dem anderen hervorgerufen. In Zahlen ausgedrückt haben wir

 

-       - 184 Tage lang 24 Stunden miteinander verbracht

 

-     -  24 Nationalparks besucht und etliche State Parks

 

-     - 11 Staaten durchquert und 2 gestreift

 

-     - ein einziges Mal eingekauft, ohne auf dem Parkplatz unsere Geschichte erzählen zu müssen

 

-        - jeden Tag mindestens diese 3 Fragen beantwortet: 1. What is this?! 2. Where do you come from? 3. How many miles a gallon?

 

 

Die 3 wesentlichen Fragen, die wir unabhängig und heimlich beantwortet haben, lauten:

 

1.      1. Was wirst du vermissen?

 

2.      2. Worauf freust du dich in Deutschland am meisten?

 

3.      3. Was hast du für dich mitgenommen/gelernt?

 

 

 

Luis:

            1. Die Freizeit und das Leben in Grobi: Das Aufwachen jeden Morgen und dann zu denken: „ Ach, ich muss ja nur 3 Stunden

                Schule machen und dann habe ich Freizeit.“

            2. Ich freue mich besonders auf mein eigenes Zimmer, ohne die „Schnarchbacken“ nebenan zu haben 😊, ich freue mich auch

                 auf meine Freunde und vor allem auf deutschsprechende Kinder und auf unendlich viel Stom

            3. Ich habe gelernt dass: - die Welt noch lange nicht erkundet ist und ich, wenn ich auch einen Führerschein habe, mit dem

                Erkunden weiter machen werde 😊😊😊😊😊😊😊😊😊😊😊😊😊😊😊😊😊😊😊😊😊😊😊😊😊😊😊😊😊      Gerrit:

 

           1. - Die scheinbar unendliche und wundervolle Natur begleitet von freundlichen und aufmerksamen Amerikanern

               - Unsere andauernde Dreisamkeit

           2. - Auf das Essen und den „deutschen Standard“

                - Zuhause mit Freunden und Familie 

                - Gestalten neuer Dinge (Arbeit/Reisen/Heim/Zukunft)

            3. - Die amerikanische Entspanntheit in den deutschen Alltag zu übertragen

                - Die Einsicht, wie klein Deutschland ist, wie sehr man limitiert/reglementiert lebt und wenig Eigenverantwortung man   

                in  Deutschland übernehmen muss/darf

                - Wie schnell man die eigene kleine Welt als normal hin nimmt

Dagmar:

             1. - Fensterkaffe: morgens Fenster auf, Kaffee im Bett mit Aussicht und den Tag superlangsam starten

                 - BLM/National Forest: einfach irgendwo stehen bleiben zu dürfen und im Zweifel auch noch einen Feuerring, Toiletten und

                 saubere Plätze mit Aussicht vor zu finden

                        - Hausputz: in 15 Minuten Wohn- und Schlafzimmer, Küche und Bad zu saugen, wischen und fertig

             2. - Grießknödelsuppe, gemischter Braten und Kartoffelpüree bei meinen Eltern zu essen

                 - die „große“ Familie und Freunde wiederzusehen

                        - aus 1000 eingelagerten Dingen nur noch 200 wieder in Benutzung zu nehmen

                    3. - Gelassenheit: teilweise von den Amis abgeschaut, teilweise durch Stress-Situationen als einzigen Lösungsweg gelernt

                        - Flexibilität: Pläne und Organisation sind genau mein Ding. Aber auch ohne geht es meistens irgendwie auf, links oder

                        rechts herum ist oftmals egal, das Ergebnis ist gut

                        - Ganz oder Gar nicht: wer mich gut kennt, weiß, dass ich meinen Job mit Leib und Seele mache. Gerrit hätte viel Geld

                         gesetzt, dass ich es nicht schaffe, meine Gedanken zu lösen. Aber ich habe ihn (und mich selbst) echt überrascht und außer

                         ab und zu im Traum oder in vereinzelten Momenten tatsächlich nur im Hier und Jetzt gelebt und mich voll auf die

                         Familienzeit in den USA konzentriert

 

 

Nicht nur für die Globetrotter unter uns wird es keine neue Erkenntnis sein, aber wir haben wieder mal intensiv gelernt, dass das persönliche Erleben eines Landes mit allen Sinnen ganz anders ist, als es aus der Ferne zu betrachten.

 

 

Ich habe viele wundervolle Momente, wertvolle Zeit und besondere Erlebnisse mit den zwei besten Menschen der Welt erleben dürfen. Danke dafür, Jungs!                                                     

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Holger (Mittwoch, 14 August 2019 07:45)

    Hallo Ihr Drei,
    hab mit Freude immer mal wieder bei Euch „vorbeigeschaut“.
    Es hat wirklich Spaß gemacht Euren Weg zu verfolgen.
    Tolle Bilder vor allem!
    Lebt Euch gut wieder ein!
    VG aus Köln